Nebengedanken zum #gauchogate und zur political Correctness

Ich fand mich in der letzten Zeit wieder vermehrt in Diskussionen um Political-Correctness und Nazivorwürfe, ausgelöst durch meine geäußerte Meinung zum #gouchogate.

Meine Meinung dazu ist relativ simpel: Glaube ich, dass jeder der Beteiligten ein Rassist ist, der in seiner Freizeit Runentattoos auf den Unterarmen sammelt und “Türken klatscht”? Nein, natürlich nicht. Aber man muss kein Rassist sein, um rassistisch zu handeln. Da genügt simple Empathie- oder Gedankenlosigkeit im entsprechenden Moment.

Irgendein Arsch hat nicht nachgedacht, etwas dummes und unsensibles organisiert, und jetzt überschlagen sich alle bei Abwiegelungsversuchen.

Die beliebtesten Argumente dabei sind:

  • “Spaßbremse, gönn’ uns doch unsere Feier.”
  • “Andere Länder machen sowas auch.”
  • “Die Deutschen dürfen endlich auch mal wieder Nationalstolz haben, der Krieg ist ja lange genug vorbei.”
  • “Ich lasse mir von politisch korrekten Arschlöchern nichts verbieten.”
  • “Ich bin kein Rassist und kein Nazi, aber Du hast keinen Humor.”

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Paradigmen? Wer braucht Paradigmen?

Eigentlich fing das hier als Facebook-Teilung an, aber ich fand dann doch, es sollte nicht nach 24h in den Untiefen von Timelines verschollen gehen…

“Dass es funktioniert – was alle Ökonomen für unmöglich erklärt hatten –, hat mehrere Gründe. Zum einen macht Sina Trinkwalder ihre Preiskalkulation völlig transparent […snip…]
Sie addiert die Kosten für Material und Arbeitsaufwand und macht ihren Kunden unmissverständlich klar, dass sie weder die Stoffhersteller runterhandeln noch ihre Arbeiterinnen antreiben oder im Lohn drücken werde. Und siehe da – es geht:”…

Quelle: TAZ, Fettdruck von mir.

Und das ist ein Beispiel dafuer, dass man diese “Alternativlos”-Narrative manchmal einfach mal aufbrechen muss.

“Das geht doch nicht!”
“Warum?!?”

Sachzwaenge sind kein Argument sondern eine Strategie, einer Argumentation aus dem Weg zu gehen. Man muss sie “zu Ende” durchdenken, denn oft bleibt dann von dem dahinter steckenden Narrativ nichts uebrig, und siehe da, es geht dann auch anders.

Das ist eine Erfahrung, die ich ueber die Jahre in der IT immer wieder gemacht habe, und ich sehe keinen Grund, warum das nicht auch auf alle anderen Bereiche uebertragbar sein sollte. Der TAZ-Artikel Über Sina Trinkwalder ist ein gutes Beispiel für das notwendige “Thinking outside the box”, und was daraus werden kann.

Paradigmen gehoeren immer wieder in Frage gestellt und mit der Realitaet abgeglichen.

Just a bit food for thought…

“Meine verf*ckte Farbe ist magenta mit grünen Streifen und beigen Punkten”

Seit ein paar Tagen rollt eine Welle von fröhlichen Posts wie obiger Titel durch meine Facebook-Timeline. Da ich ja kategorischer Spieleverweigerer auf der Plattform bin, habe ich das ein paar Tage ignoriert, wurde jetzt aber doch mal neugierig.

Disclaimer

Ja, ich weiss, meine Profilangaben bei Facebook und anderen Social-Media-Sites sind vollständig öffentlich. Das ist eine bewusst getroffene Entscheidung und ändert rein gar nichts am Folgenden.

Spassbremsenmodus an

Der Satz aus dem Titel ist natürlich so noch nicht zuende. Er endet mit einem kumpelhaften “Welche Farbe bist Du?” (Man stelle sich dazu ein Monty-Pythonhaftes Augenzwingern “Knowaddamean, wink, wink” vor). Klickt man auf diese Seite, fällt einem guten Beobachter gleich folgende Gemme auf:

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Change.org: “Stark mit Hund”

Ich bin ja nicht so der Petitionenzeichner, aber die im nächsten Absatz verlinkte Petition “An meine Krankenkasse: Ohne meinen Autismus-Begleithund kann ich nicht leben!” auf change.org lag mir sofort am Herzen. Hier eine leichte Überarbeitung des Textes, den ich zu neben meiner Zeichnung an die Petition angehängt habe.

Zur Petition http://www.change.org/starkmithund

In den letzten Jahren haben Politik und Medien konsequent an der Geschichte des Hundes als “Störenfried in der gesellschaftlichen Ordnung” gearbeitet. Mit traurigen Erfolgen.

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Harte 2 Monate…

Einige ganz wenige Leute wussten davon, bei ein paar, mit denen ich gerne darüber gesprochen hätte, habe ich mich aus Gründen™ bewusst dagegen entschieden, es ihnen mitzuteilen. Aber da jetzt alles soweit gut abgeschlossen ist, wird es Zeit, mal darüber etwas zu schreiben, um mit dem Thema auch in meinem Kopf abzuschließen.

Eddiebär

Im letzten Jahr hatte ich den Eindruck, Eddie wird jetzt langsam richtig alt. Zum Gassi war er nur noch mit viel Arbeit zu überreden, er hat sehr schnell schlapp gemacht und i.d. Regel verliefen die Gassirunden nur noch ca. 1km auf flachem Gelände. Er fraß nur noch lustlos, ließ oft halbe Portionen liegen und bettelte nicht mehr zu seinen Zeiten um Futter, geschweige denn am Tisch beim Abendessen.

Vor einigen Wochen dann fiel mir auf, dass er angefangen hat, stark zu saufen. Früher musste man ihn überreden oder das Wasser mit Joghurt schmackhaft machen, damit er mal ordentlich was trinkt. Plötzlich soff er eine halben Napf, der immerhin über einen Liter fasst, an einem Stück aus. Da hier altersbedingt ein paar Krankheiten nahe lagen, z.B. eine Niereninsuffizienz oder auch eine Altersdiabetes, hatte ich schnell einen Termin bei unserer Tierärztin gemacht.

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Ich bin gerade etwas sprachlos über das neue Zuhause…

Ein Bild sagt ja mehr als tausend Worte. Ein paar Worte dennoch: Wintersportgebiet mit ausgeschilderten Loipen 50m vor der Haustür, knapp unter 800 Höhenmetern und 2.6km Luftlinie davon entfernt:

Update: Weil das wohl nicht ersichtlich ist, wie sich nach Unterhaltung mit einem Kollegen heraus stellte: Ich stehe da an einer ungesicherten senkrechten Kante an der es in’s Tal runter fällt. Vergleichbar mit der auf dem 2. Bild. :D

Blick vom "Rutschen" auf die FelswandBlick vom "Rutschen" in's TalBlick vom "Rutschen" auf die Burgruine HohenurachBlick vom "Rutschen" mit Burg Hohenneuffen am HorizontErnst Camerer Gedenkstein am "Rutschen"Panorama vom "Rutschen"

Eieiei…


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Was ein Glück…

Ich sitze hier in Reutlingen auf dem Marktplatz in der Sonne, flute mich mit zuvielen extra großen Cappuccinos, lausche im Backthread dem Akkordeonspieler der melancholische Evergreens über den Platz klingen lässt, und bin dennoch bei der Arbeit.

Während mein Koffeinpegel steigt, wälzt mein Kopf wieder und wieder die Clusterprobleme meines aktuellen Projekts, geht Alternativen durch, erinnert sich an Log-Einträge, verwirft Ideen, legt andere zur späteren Probe an der Realität ab, und all das nicht etwa, weil ich aus Existenzangst gezwungen bin, wochenends unbezahlte Überstunden zu schieben, sondern weil Beruf auch eine Berufung ist. Und ich denke mir dabei gerade so: “Was ein Glück…”

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Email vom Hoster “Hetzner”…

An Nicht-ITlern ist es vielleicht vorbei gegangen, wir bekamen am letzten Wochenende alle eine Sekunde geschenkt. Details dazu findet man bei Wikipedia. Spassig war dieses mal die Tatsache, dass aufgrund eines Fehlers im Linux-Kernel viele Rechner sich “verschluckten” und ab dem Moment der Schaltsekunde wie irre last erzeugten. Folgende Email von meinem Server-Hoster Hetzner hatte ich dazu gestern in meiner Inbox:

Hetzner Online Kundeninformation: Kontrollieren Sie die CPU-Auslastung Ihres Servers!


Sehr geehrter Herr Lamertz,


in der Nacht vom 30.06.2012 auf den 01.07.2012 registrierten unsere internen Überwachungssysteme einen Anstieg des IT-Stromverbrauchs um etwa ein Megawatt.


Grund für den enormen Anstieg ist die zusätzliche geschaltene Extrasekunde, (http://www.heise.de/newsticker/meldung/Schaltsekunde-Verlaengertes-Wochenende-1629612.html) die auf Linux-Rechnern zu dauerhafter CPU-Auslastung führen kann.

(fettdruck hervorhebung von mir)

In Worten: E-I-N Fcking Megawatt!

Erinnert mich an das Weihnachtsgedicht

…da liess der Vater einen krachen
die Kinder lachen
So kann man mit kleinen Sachen
den Kindern eine Freude machen

Aber ernsthaft, mich würde wirklich mal die weltweite Energiebilanz dieses kleinen Fehlers der durch eine einzelne Sekunde ausgelöst wurde, interessieren. Eieiei…