…oder: Nur vertane Zeit, oder ein wirkliches Ärgernis?
Ich bin kein Fan von Douglas Preston und Lincoln Child. Den Zustand verdanken Sie “Thunderhead”, einen zähen Pseudo-Okkult-Thriller der in einem kräftigen Regenschauer seinen Höhepunkt findet. Wen interessiert, wie man ein Unwetter richtig beschreibt, der sollte lieber Bruce Sterling “Heavy Weather” lesen!
Wie auch immer, da ich seit ca. einem Jahr Vielfahrer bin und Hörbücher für mich entdeckt habe, kam ich irgendwie doch wieder zu den beiden Autoren. Ihre Bücher waren im iTunes-Store verfügbar und günstig (weil dramatisch gekürzt, wie ich später lernen durfte
), weshalb ich mir dann einige für diverse Fahrten anschaffte.
Für’s Auto war das angenehme, leichte Kost, die nicht zuviel Konzentration von der Strasse lenkt, auch wenn man sich an Alf a.k.a. Tommy Pieper als Vorleser ein wenig gewöhnen muss.
Die gekürzten “Pendergast” Krimis werde ich hier, eben wegen der Kürzung, nicht besprechen, obwohl sie mich während diverser Fahrten gut unterhalten haben. Das zuletzt gehörte Ice-Ship habe ich aber nun wg. meines neuen audible.de-Accounts in ganzer Länge “geniessen” können.
Um es kurz zu machen: Nicht lesens-/hörenswert.
Nur ein paar Kritikpunkte:
- Die Motivation des Erzschurken, ist völlig unklar, und er wandelt sich von jemand unerbittlichem mit Vorbehalt gegen die Amerikaner zu einem völligen Psychopathen auf einer persönlichen Vendetta, der weder sein Personal noch sein Material (in Form eines Kriegsschiffes) schont, und der von seinen Untergebenen trotz problemloser Möglichkeit nicht gestoppt wird.
- Besagter Erzschurke schickt einen Späher zu den Protagonisten, und dieser tötet, trotz reiner Erkundungsmission, mal eben völlig grundlos einen Wachmann.
- Die Figur eines Feuerländischen Ureinwohners wandelt sich von einem selbständigen der in der freien Natur lebt, zu einem plappernden Säufer der am schluss freiwillig mit einem der irregewordenen Protagonisten untergeht.
- Besagter Irre gewordener Protagonist wandelt sich von einem kühlen Analytiker zu einem nervigen Nervenwrack, der von jetzt auf gleich jegliche Rationalität fallen lässt.
- Die nachträglich noch aufgeklebte “Schlusspointe” ist völlig idiotisch und sinnfrei.
Vor allem Motivation des Erzschurken und die seltsamen Charakterwandlungen machen das Buch zu einem Ärgernis, bei dem man sich permanent fragt, “Och Jungs, musstet Ihr jetzt so dringend noch einen draufsetzen?!?”. Die ganze Geschichte ist konstruiert, und das nicht gut.
