Tja, das hat er jetzt davon, dass er MySQL verkauft hat. Wer sich auf sowas einlässt, dem muss klar sein, dass er die Kontrolle über die Zukunft seines Produktes auf’s Spiel setzt.
Mittlerweile grassieren Warnungen und Petitionsaufrufe durch’s Internet, um MySQL vor dem großen bösen Oracle zu schützen. Open-Source-Software sei in Gefahr, LAMP-Server würden verschwinden, yadda, yadda, yadda.
In meinen Augen ist die Übernahme von MySQL (eigentlich nur von Sun) durch Oracle ein Segen, denn vielleicht peilen die ganzen PHP-Entwickler jetzt endlich mal, dass es extrem unklug sein kann, sich auf ein einzelnes Produkt festzulegen.
Database-Abstraction existiert in PHP nun schon einige Jahre, aber wo ist der Support von PostgreSQL, Firebird oder SAP-DB?!? Nicht einmal die Hersteller kommerzieller Produkte wie vBulletin haben sich je die Mühe gemacht, ihren bequem sitzenden Hintern hochzuheben und ihre Applikationen auf diese Backends zu portieren.
Dabei war MySQL zu allen Zeiten immer die schlechteste aller Alternativen. Erst besass es überhaupt keine Transactions, “dafür ist es schnell”. Dann wurden Transactions über unterschiedliche Backends realisiert, die dann aber Lizenztechnisch Probleme bereiteten, “davon bin ICH nicht betroffen”. Constraints wurden eingebaut, die aber im Gegensatz zum Standard mal eben die Daten manipulieren, statt einen Fehler zu erzeuten, “macht nix, Business-Logik ist Aufgabe der Applikation, nicht der DB”. Um den offiziellen Standard SQL hat sich MySQL immer einen Dreck geschert, “Stört mich nicht, ist ja (irgendwo) dokumentiert”…
MySQL hat eine lange Geschichte falscher Entscheidungen aber die PHP-Crowd hält daran fest wie der Säugling an Mutters Brust.
Widenius schreibt, dass MySQL Oracle jährlich 1Mrd. USD kostet. So ein Quatsch! MySQL spielt doch garnicht in Oracles Liga. Kein Mensch, der ernsthafte Angst um seine Daten hat, setzt MySQL ein, schon garnicht, wenn hier auch noch Gesetzesauflagen mit im Spiel sind. Außerdem gibt es real existierende Alternativen, die von vorneherein Lizenzsauber sind, sich an etablierte Standards halten und für Installationen im Terrabytebereich ebenfalls geeignet sind.
Meine Hoffnung nach der Übernahme durch Oracle ist, dass vielleicht die diversen PHP-Entwickler jetzt endlich mal die Panik und damit ihren Arsch aus der Kurve bekommen, und damit die Verzahnung zwischen ihren Applikationen und MySQL soweit auflockern, dass die unter der Applikation liegende Datenbank keine Rolle mehr spielt.
Go Oracle!
