In eigener Sache…

February 3rd, 2010 in Kategorie Allerlei |

Als Mitglied des Moderatorenteams eines großen Hundeforums kommt es immer wieder mal vor, dass wir Beiträge aus unterschiedlichsten Gründen zensieren oder vollständig löschen müssen. So auch kürzlich hier geschehen.

Auslöser für diesen Akt der Zensur war die Nennung des realen Namens eines mutmaßlichen Tierschänders sowie Verlinkung auf Bilder in denen laut Beschreibung sexuelle Handlungen an Tieren vorgenommen wurden. Derartige Inhalte verstoßen zum Einen gegen das Persönlichkeitsrecht des genannten, wenn es sich nicht um eine Person des öffentlichen Interesses, also einen Prominenten handelt, zum anderen sind sie jugendgefährdend.

Da unser Forum in privater Hand ist, haben wir Moderatoren neben der einhaltung existierender Gesetze auch eine nicht unerhebliche Verantwortung gegenüber dem Betreiber, der sobald er kenntnis von einem Rechtsverstoß auf seiner Plattform erlangt, in der Handlungspflicht ist. Er erhält die Post vom abmahnenden Rechtsanwalt, Er hat die Lauferei und Telefoniererei mit seinem Anwalt, Er bleibt auf den Kosten sitzen, die ein solcher Vorgang erzeugt, selbst wenn die Sache nicht vor Gericht geht.

Diese Löschung bewegte nun eine empörte Tierschützerin, frei nach dem Motto “Bist Du nicht für mich, bist Du gegen mich”, dazu dieses erboste Pamphlet zu verfassen.

Hier wird mein Löschkommentar zitiert und in ein Licht gestellt, als ob wir Moderatoren Sodomisten und dergleichen schützen würden. Wir werden als Teil eines korrupten Systems dargestellt. Meine Erklärung zur Löschung, die ich als letzten Beitrag im Forenthread einstellte, bevor ich diesen schloß, wurde mal wieder ignoriert, denn es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Die Autorin lässt sich gleich zu Beginn darüber aus, wie schwer es auf der einen Seite ist, zu versuchen, den eigenen Namen aus Internetpublikationen entfernen zu lassen, während Tierschänder in ihren Augen offensichtlich einen automatischen Schutz genießen. Fakt ist: Hätte sie beispielsweise aus gegebenem Anlaß in unserem Forum ersucht, ihren Namen aus einem Beitrag zu entfernen, wäre unser Moderatorenteam dem umgehend nachgekommen. Es ist also ganz sicher nicht so, dass Tierschänder bei uns einen besonderen Schutz genießen, sondern dass wir dem Recht nachkommen, unabhängig davon wen es betrifft.

Die Autorin möge sich bzgl. ihres Vorwurfs allerdings mal an die eigene Nase fassen, denn ihr Blog bietet keinerlei Kontaktmöglichkeit, falls jemand ein solches Anliegen bei ihr vorbringen wollte.

Unsere erboste Tierschützerin, die ja nur die armen Tiere vor dem bösen Perversen schützen möchte, kümmert geltendes Recht wenig, wenn sie anonym ihre Vorwürfe äußert, denn ihre Mission ist eine gute und gerechte. Sie erhält ja keine Post vom Anwalt, hat keine Rennerei zum Rechtsanwalt, hat keine Telefoniererei und keine mögliche Kosten aufgrund einer gerechtfertigten Abmahnung. Da hat sie natürlich leicht reden, sich hinzustellen und uns als Teil des Systems anzuklagen. Die Frage ist, warum sie die KSG als Plattform für die Verbreitung der Informationen fordert, dabei aber nicht mal in ihrem eigenen Fingerzeigenden Artikel auf ihrem anonymen Blog auf die durch uns auf unserer Plattform zensierten Inhalte verlinkt. Sie wird schon wissen warum…

Diesen Schlag Menschen gibt es weißgott nicht nur bei den Tierschützern. Es ist das klassische Muster des radikalen Eiferers. Seien es religiöse fundamentalisten und Sektierer (die es sehr wohl auch bei den Christen und nicht nur im “bösen Islam” gibt), Rassisten, Abtreibungsgegner oder dergleichen.

Bei all diesen Menschen steht die eigene Agenda über geltendem Recht und läßt keine anderen moralischen Erwägungen zu. Es wird angeprangert, polemisiert und ausgegrenzt statt diskutiert und Verständnis gesucht. Bildung oder soziale Stellung spielen hier übrigens absolut keine Rolle. Ein aktuelles Beispiel dieses Menschenschlags fand man kürzlich in der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen, die sämtliche Kritiker an ihrem Internet-Stoppschild ganz offen als Befürworter von Kinderpornographie auszugrenzte und somit jeder Diskussion kategorisch einen Riegel vorschob.

Glücklicherweise haben Richter und Staatsanwälte eine ganz spezielle Vorliebe für diesen Schlag Gutmenschen, die glauben sie stünden aufgrund hehrer Ziele über dem Gesetz, die Selbstjustiz für ein valides Rechtsmittel halten. Der Zweck heiligt nunmal in diesem Universum nicht die Mittel. Gottseidank.

Es gibt in der Vergangenheit kein einziges Beispiel, wo Widerstand durch aktiven Gesetzbruch zu einer Veränderung zum positiven geführt hat. Insofern ist das Argument “Man muss aber doch etwas tun” schlicht und ergreifend nicht konstruktiv in der Sache. Im Gegenteil gibt es der Gegenseite ein Werkzeug in die Hand, eine völlig valide Forderung zu diskreditieren. Wer etwas bewegen will, der hat einzig die Möglichkeit, hartnäckig durch permanentes Wiederholen von Fakten gegenüber den verantwortlichen Stellen etwas zu erreichen, nach dem Motto steter Tropfen höhlt den Stein. Sich darauf zu verlassen, dass die eigene radikale Einstellung Verständnis bei den Entscheidungsträgern findet, ist naiv und schadet der eigenen Sache massiv.

PS:

Das Thema hätte man vermutlich auch per Email ausdiskutieren können, aber wie gesagt, verfügt betreffendes Blog weder über ein Impressum noch ein Kontaktformular. Die Kommentarfunktion steht nur den Personen offen, die sich beim Bloghoster registrieren. Die Autorin wird schon wissen, warum sie bei ihren Äußerungen derart auf Anonymität bedacht ist.

Kommentare hier sind zwar moderiert, aber ansonsten Registrierungsfrei, so dass eine Antwort auf diesen Beitrag problemlos möglich ist, und abgesehen von offensichtlichem SPAM wird hier auch nicht zensiert werden.

1 Kommentar » zu “In eigener Sache…”

  1. […] und hier finden sich zwei “Antworten” zum letzten Blogeintrag. Ursprünglich wollte ich mich dazu etwas detaillierter äußern, denke aber jetzt, dass das […]

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