Bei meinem regelmäßigen Stöbern nach neuen Platten meiner Lieblingskünstler bin ich ende letzter Woche über die Konzert-DVD von Regina Spektor gestolpert. Samstag war sie dann in der Post - ich liebe meinen Amazon-Prime Account! Ok, eigentlich ist es eine Musik-CD mit DVD, aber über die CD schreibe ich hier jetzt mal nicht, denn ich denke, wer sich das Bundle kauft, tut’s um sie auch zu sehen…
Generelles
Hier hatte ich ja schon über meinen Besuch beim Konzert in Köln berichtet. Es war eine sehr intime Veranstaltung in der Regina, obwohl auch dort von ihrem Streichorchester begleitet, quasi alleine im Vordergrund stand, zwischen Klavier und Keyboard wechselnd, keine 2m von mir entfernt. Das Gloria ist auch kein großer Saal. Dieser Rahmen hatte dieses Konzert schon ganz speziell gemacht.
Ein so intimer Auftritt ist in London natürlich nicht so ohne weiteres möglich, die Stadt ist mit ihrer Kulturvielfalt einfach prädestiniert dafür, viel mehr Fans anzuziehen. Ich hatte natürlich die Hoffnung, die Erinnerung an das erlebte Konzert wiederzubeleben und war im erstem Moment etwas enttäuscht, aber das sollte nicht so bleiben…
Inhaltliches
hach Was soll man schon zu ihr sagen?
Das Eröffnungsstück “On the radio” wirkt vielleicht noch etwas gehetzt, ich meine mich auch zu erinnern, dass sie Fülltakte im Gegensatz zur Studioaufnahme herausgelassen hat, um das Tempo noch zu erhöhen.
Dann wird es aber ruhiger, Regina wie man sie kennt, kommt langsam in London an, und zeigte wieder, dass sie auch live, selbst bei den komplizierten Stimmungswechseln und Geräuschen die sie in ihre Stücke oft einbaut, problemlos in der Lage ist, ihre Studioqualität zu halten.
Die Stückauswahl ist gut gemischt und es macht einfach Spass ihr zuzuhören und zuzuschauen, aber das führt mich auch zur…
Regie
Schade finde ich, dass das Konzert nicht im Ganzen aufgezeichnet wurde, sondern nur eine Auswahl an Stücken enthält. Ich denke, dass ein paar der reizenden Plappereien zwischen (und auch in) den Stücken, die die Auftritte von Regina so ganz besonders machen, dabei auf der Strecke geblieben sind.
Bei Amazon findet man eine Kritik, die die statische Kamera und die wenigen unterschiedlichen Perspektiven kritisierte. Nun, das es sich hier um kein
Gewundert hat mich, dass irgendjemand beim Schnitt entweder ein unglückliches Händchen, oder ein Problem mit emotionsreichen Gesichtsausdrücken hatte, denn z.B. bei “Apres Moi” ging die Kamera immer kurz vor den lauten Stellen in die Fernperspektive um erst bei der nächsten ruhigen Passage zur Totalen zurück zu kehren. Ich hätte es mir, wenn überhaupt gewechselt werden müsste, genau andersrum gewünscht. Man guckt sich ja schließlich ein Live-Konzert an, weil man auch sehen möchte, was die Musik mit dem Künstler anstellt.
Im Bonusmaterial ist gottseidank auch das sensationelle “Love, love, love, you’re a whore” enthalten (Regina goes Dolly Parton), neben ein paar weiteren leisen Stücken. Warum diese aus dem Kontext des Konzertes in die Bonus-Tracks gerutscht sind, ist mir allerdings nicht klar.
Einen traurigen Abschluss bietet der Nachruf auf den 2010 kurz vor einem Konzert im Genfer See ertrunkenen Daniel Cho aus dem begleitenden Streichorchester.
Technik
Was die Technik betrifft, bin ich nicht kompetent genug, über Qualität von Ton oder Bild zu urteilen. Ich fand’s mit meinem Kopfhöhrern auf dem großen Notebook prima.
Fazit
Auch wenn ich hier jetzt über Dinge, die mir nicht passen lamentiert habe, hat sich der Kauf absolut gelohnt. Für meine Erwartungshaltung bzgl. der Konzertgröße kann ja Regina nichts, und was ich vom Schnitt halte, mag jemand anderes völlig anders sehen. Ihre Performance ist groß und sie dabei zu beobachten eine Freude, wie immer!
Ich bleibe dabei: How much cuteness can you take? <3

