…oder: How much cuteness can you take?
Regina Spektor auf der Bühne zu beobachten ist, wie einem kleinen Mädchen beim Familienkonzert zuzuschauen. Über das ganze Gesicht strahlend, mit zugekniffenen Augen vor Lächeln, verlegene Gesten, kleine Winker, das volle Programm. Sogar Klavier spielt sie mit kleinen Mädchenhaften Gesten.
Und genauso ist oft auch ihre Musik, wenn sie völlig unerwartet “abknickt”, Sie kleine Geräusche macht, jetzt ganz hoch, gleich ganz tief singt, zwischendurch etwas murmelt.
Aber Unerwartet brechen elegische Gesänge in höchster Tonlage und Lautstärke aus ihr heraus und der Kontrast wirft einen völlig aus der Bahn. Und gerade wenn man sich die Melancholie zu eigen gemacht hat, wechselt sie schon wieder zum heiterem Dumm-Da-Dumm-Da-Dumm-Da mit dem das Stück einmal als eine Art Polka begonnen hat.
Nicht jeder erträgt diese Wechselhaftigkeit, aber das Kölner Gloria-Theater war randvoll, und die Stimmung von Anfang bis zum ende begeistert.
Ihr Umgang mit dem Publikum ist geprägt von mehr mädchenhaftem Charm, jedoch als sich herausstellte, dass eine der Gloria-Kellnerinnen bei einem leisen Stück telefonierte, kam dann doch der Profi raus. Sie unterbrach und richtete dem Gesprächspartner schöne Grüße aus, spielte dann weiter um den Abschluss des Stückes dann mit einem improvisierten Telefondialog “what? I can’t hear you, I’m at a concert. Yeah, bye” oder so ähnlich umzutexten. Schöne Reaktion. Völlig unmögliche Person hinter der Theke.
Meiner Ansicht nach hat das Kölner Publikum das Ende vermasselt. Abgegangen wurde mit einem direkt vor dem Konzert erst einstudierten und für sie völlig artfremden Country-Stück. Der Saal tobte mit, allgemeines ausgelassenes Gelächter auf und vor der Bühne, ein Ende in einem grossen bunten Knall. Das wäre tatsächlich der perfekte Abschluss gewesen, jedoch liess sich das Publikum trotz eingeschalteter Saalbeleuchtung und Konservenmusik nicht von der Forderung einer weiteren Zugabe abbringen, die dann auch kam.
Keine Frage, diese letzte Zugabe war so gut wie der ganze Rest des Konzertes, jedoch denke ich, das Publikum hat sich selbst eines erinnerungswürdigen Abschlusses beraubt.
Dringend erwähnt werden muss der Supporting-Act Reggie Watts. Ein… hmm, Stimmkünstler? der mit kurzen, life eingesungenen Samples vom Rhythmus bis zum Hintergrundchor seine Stücke vor den erstaunten Augen des Publikums aufbaut und dann auf diesen fröhlich weiter improvisiert. Völlig unglaublich, und ich hoffe schwer, dass das aufgenommene Video etwas geworden ist, genauso wie die ca. 200 Fotos die ich vom Konzert noch machen konnte, bevor die Batterie den Geist aufgab.
Bilder und Video folgen hier, sobald ich die Daten von der Cam bekomme…
Hier war noch jemand begeistert
…und hier