Viele Rezensenten von Laymons “Die Insel” waren angewidert von der expliziten Gewalt und den Misshandlungen. “Hey cool! Ein Buch für mich!” dachte ich…
Um es klar zu sagen: Auch wenn ich kein psychopathischer Kettensäger bin, schreckt mich die Explizite Beschreibung von Ausweidungen, Vergewaltigungen und dergleichen nicht ab. Ich finde, Gewalt (zumindest in vielen Formen der künstlerischen Darstellung auf Bildern, in Musik, Filmen und Büchern) ist ein zutiefst bewegendes Hilfsmittel. Sie zeigt uns unsere Grenzen, sowohl in Hinsicht darauf, was uns passieren muss, bevor wir gewalttätig werden, als auch im Mitempfinden desjenigen, der die Gewalt erfährt.
Insofern waren die Amazon-Kritiken erstmal überhaupt kein Hindernis, mich an das Buch zu machen, die ohnehin spärliche Gewalt ist allerdings das absolut geringste Problem des Buchs.
Statt des versprochenen Thrillers der einen die Fingernägel bis hoch zu den Wurzeln abkauen lässt, gab es nämlich ein über 14 Stunden andauerndes Tagebuch eines postpubertären, weinerlichen Fuzzies der mit 3 Frauen, auf die er permanent scharf ist, und worüber er ausschweifend lamentiert, auf einer Insel festsitzt.
Die Story geht dermaßen zäh vorwärts, weil dieser nervige Protagonistenloser wieder und wieder und wieder und wieder… den Faden verliert und über Seiten hinweg Nabelschau betreibt.
Boah, geilt mich das auf. Boah bin ich ein schlechter Mensch, dass mich das so aufgegeilt. Ach was soll’s, ich schreib’s trotzdem. Aber ich muss jetzt doch noch 7x darüber reflektieren, dass ich mich schäme, weil ich so ein armes schwaches Männlein bin. Aber es geilt mich dennoch soooo auf…..
Was für ein Arschloch!
Darüber hinaus ist der Protagonist ein dermaßener Idiot, dass man permanent laut fluchen will “Lass das, Du Flachpfeife!” und ihm links und rechts eine scheppern möchte! Ich kann mit der Geschichte über einen Idioten, der immer wieder auf dieselbe Methode verarscht wird, durchaus umgehen, wenn das ganze relativ knapp am Rande der Geschichte geschieht. Wenn die Szene aber bis ins St. Nimmerlein ausgewalzt wird, fühlt man sich als Leser nur noch verarscht, weil der Autor sicher nichts anderes im Sinn hatte, als Seiten zu schinden.
Und wer den Kniff am Ende des Buches nicht erwartet hat, dem ist auch nicht mehr zu helfen.
Fazit: WAS eine Zeitverschwendung. Ungekürzt bei Audible …aber in diesem Fall will man das ganz sicher nicht.
