Zuletzt gehört: Richard Laymon – “Die Insel”

May 11th, 2010 in Kategorie Bücher |

Viele Rezensenten von Laymons “Die Insel” waren angewidert von der expliziten Gewalt und den Misshandlungen. “Hey cool! Ein Buch für mich!” dachte ich…

Um es klar zu sagen: Auch wenn ich kein psychopathischer Kettensäger bin, schreckt mich die Explizite Beschreibung von Ausweidungen, Vergewaltigungen und dergleichen nicht ab. Ich finde, Gewalt (zumindest in vielen Formen der künstlerischen Darstellung auf Bildern, in Musik, Filmen und Büchern) ist ein zutiefst bewegendes Hilfsmittel. Sie zeigt uns unsere Grenzen, sowohl in Hinsicht darauf, was uns passieren muss, bevor wir gewalttätig werden, als auch im Mitempfinden desjenigen, der die Gewalt erfährt.

Insofern waren die Amazon-Kritiken erstmal überhaupt kein Hindernis, mich an das Buch zu machen, die ohnehin spärliche Gewalt ist allerdings das absolut geringste Problem des Buchs.

Statt des versprochenen Thrillers der einen die Fingernägel bis hoch zu den Wurzeln abkauen lässt, gab es nämlich ein über 14 Stunden andauerndes Tagebuch eines postpubertären, weinerlichen Fuzzies der mit 3 Frauen, auf die er permanent scharf ist, und worüber er ausschweifend lamentiert, auf einer Insel festsitzt.

Die Story geht dermaßen zäh vorwärts, weil dieser nervige Protagonistenloser wieder und wieder und wieder und wieder… den Faden verliert und über Seiten hinweg Nabelschau betreibt.

Boah, geilt mich das auf. Boah bin ich ein schlechter Mensch, dass mich das so aufgegeilt. Ach was soll’s, ich schreib’s trotzdem. Aber ich muss jetzt doch noch 7x darüber reflektieren, dass ich mich schäme, weil ich so ein armes schwaches Männlein bin. Aber es geilt mich dennoch soooo auf…..

Was für ein Arschloch!

Darüber hinaus ist der Protagonist ein dermaßener Idiot, dass man permanent laut fluchen will “Lass das, Du Flachpfeife!” und ihm links und rechts eine scheppern möchte! Ich kann mit der Geschichte über einen Idioten, der immer wieder auf dieselbe Methode verarscht wird, durchaus umgehen, wenn das ganze relativ knapp am Rande der Geschichte geschieht. Wenn die Szene aber bis ins St. Nimmerlein ausgewalzt wird, fühlt man sich als Leser nur noch verarscht, weil der Autor sicher nichts anderes im Sinn hatte, als Seiten zu schinden.

Und wer den Kniff am Ende des Buches nicht erwartet hat, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Fazit: WAS eine Zeitverschwendung. Ungekürzt bei Audible …aber in diesem Fall will man das ganz sicher nicht.

Zuletzt gehört: Bill Bryson – “Eine kurze Geschichte von fast allem”

May 11th, 2010 in Kategorie Bücher |

Bill Brysons “Picknick mit Bären”, ein Wandertagebuch über den Apalachian Trail entlang der Ostküste der USA hatte mich schon glänzend unterhalten. Als ich kürzlich über “Eine kurze Geschichte von fast allem” stolperte, war ich zwar ein wenig misstrauisch aber trotzdem neugierig genug es mir kaufen. Gute Wahl!

Das Buch ist, wie auch schon “Picknick mit Bären”, extrem unterhaltsam. Es mag wissenschaftlich interessierten Lesern bei ihren jeweiligen Spezialthemengebieten vielleicht nicht ausreichend in die Tiefe gehen, aber das macht es in der Breite dann absolut wieder gut.

In über 20 Stunden behandelt Bryson nacheinander Astro- und Teilchenphysik, Biologie, Evolution, Archeologie, Paleonthologie, Chemie, aber vor allem auch die jeweils dazugehörige Wissenschaftsgeschichte, die Fehlannahmen die früher herrschten, die Personen die bestimmte Dinge entdeckt haben, und immer wieder auch, was wir alles noch nicht wissen.

Gelesen wird es wieder von Oliver Rohrbeck, der, wie auch schon bei “Picknick mit Bären” mit seiner heiteren gelassenen Stimme prima zu Bryson passt.

Fazit: Sehr empfehlenswert und trotz des erheblichem Umfangs extrem kurzweilig. Ungekürzt bei Audible

Dan Brown – Illuminati

February 23rd, 2009 in Kategorie Bücher |

…oder: Wider besseren Wissens eine Chance gegeben, und RICHTIG in’s Klo gegriffen.

Es ist ja nicht, als ob ich es nicht erwartet hätte, aber soo viele Leute haben mir immer wieder geraten, das Buch zu lesen, dass ich es dann doch bei Audible als Monatliches Rabatt-Buch gekauft habe.

Ich wurde nicht überrascht.

Mal abgesehen von der geschichtlichen Schnitzeljagd, die im Grunde ganz nett ist, wird über 2 Drittel des Buches eine Person als charismatischer Sympathieträger aufgebaut, die dann in der Auflösung nicht etwa nur komplett demontiert wird, sondern sich als größenwahnsinniger Irrer ohne jeglichen Bezug zur Realität entpuppt.

Sorry, Lieschen Müller mag die “verblüffende Wendung” vielleicht beeindrucken. Ich im Gegensatz, empfinde es als eine Unverschämtheit, meine zuvor in das Buch und dessen Akteure investierte Zeit und Zuneigung dann mit einer völlig unglaubwürdigen Umkehr in’s Absurde zu ziehen.

Das wäre bei einer glaubwürdigeren Charakterisierung evtl. noch verzeihbar gewesen, aber nicht auf diese völlig plumpe Art, wie es Dan Brown hier geschafft hat.

Liebe Thrillerautoren, es ist nicht glaubwürdig, dass eine Person 80% des Buches völlig rational ist, und dann, als hätte jemand einen Schalter umgelegt, plötzlich zum Megalomanen plumpster Sorte mutiert. Bitte, bitte, verschwendet nicht unsere Zeit mit sowas.

Douglas Preston & Lincoln Child – “Ice Ship”

February 23rd, 2009 in Kategorie Bücher |

…oder: Nur vertane Zeit, oder ein wirkliches Ärgernis?

Ich bin kein Fan von Douglas Preston und Lincoln Child. Den Zustand verdanken Sie “Thunderhead”, einen zähen Pseudo-Okkult-Thriller der in einem kräftigen Regenschauer seinen Höhepunkt findet. Wen interessiert, wie man ein Unwetter richtig beschreibt, der sollte lieber Bruce Sterling “Heavy Weather” lesen!

Wie auch immer, da ich seit ca. einem Jahr Vielfahrer bin und Hörbücher für mich entdeckt habe, kam ich irgendwie doch wieder zu den beiden Autoren. Ihre Bücher waren im iTunes-Store verfügbar und günstig (weil dramatisch gekürzt, wie ich später lernen durfte :-( ), weshalb ich mir dann einige für diverse Fahrten anschaffte.

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“Stay”

October 18th, 2006 in Kategorie Filme |

…oder: Whoa! Mind-Fucked!

Vorneweg: Obwohl ich ein echter Fan der Kritiken bei Filmstarts.de bin, empfehle ich dringend, die Kritik zu Stay dort nicht zu lesen, da sie einen, wohl markierten, aber schnell versehentlich gelesenen Spoiler enthält, der den Aha-Effekt am Ende völlig ruiniert.

Aufmerksam gemacht wurde ich auf Stay durch eine Freundin, die sich nicht unerheblich über den Film aufgeregt hatte, aber dann doch der Meinung war, er könnte was für mich sein.

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“Aeon Flux”, Complete Series und Film

August 15th, 2006 in Kategorie Filme |

Jaja, die gute alte Zeit…

Nachdem die ersten Trailer zu Aeon-Flux in den Kinos anliefen, recherchierte ich sofort, ob es die Comic-Version mittlerweile auf DVD gibt. Gefunden, gekauft.

Leider muss ich sagen, dass diverse Jahre des Anime-Schauens meine Begeisterung für die Serie - hmm, Serie ist im Grunde auch das falsche Wort, da es sich bei den Aeon-Flux Episoden um völlig unabhängige Geschichten handelt - doch arg gedämpft haben. Als Retro-Trip war es nochmal ganz nett zu Aeon-Flux zurück zu kommen, aber wer keine persönlichen Erinnerungen mit der Serie verbindet, sollte sich die Ausgabe sparen und das Geld in eine der vielen anspruchsvolleren Anime-Serien investieren.

Schade…

…und wo wir gerade dabei sind…

Natürlich musste ich mir die DVD zum Film kaufen, da ich diesen, wie so viele andere Filme in den letzten Jahren, im Kino verpasst hatte.

Um die Welt der Comic-Serie wurde eine typische Totalitäres-SF-Regime Geschichte gewickelt, wie man sie bereits seit 1976 aus Logan’s Run kennt. Es wurden einige Gimmicks aus dem Comic übernommen um den Erkennungswert zu steigern, und natürlich musste die Anarchistin Aeon, die in der Serie vollständig aus eigenem Antrieb handelte, in eine untergrund-Organisation gesteckt werden.

Fazit: Belanglos, optisch durchschnittlich, mit den üblichen Ausnahmen. Dann doch lieber Cypher oder Equillibrium.

Michael Hanstein, Dirk Kaltz, Stephan Heim
“Gefärliche Hunde”

June 19th, 2006 in Kategorie Bücher |

“Gefährliche Hunde” aus dem Verlag Deutsche Polizeiliteratur, ist ein Buch, dass zur Pflichtlektüre von Streifenpolizisten gehören sollte. Immer wieder liest man in den gängigen Foren über Tötungsmeldungen von Hunden durch die Polizei. Die Autoren, selbst Diensthundeführer, möchten hier aufklären und Alternativen aufzeigen, damit nicht jeder streunende Hund, der Abwehrverhalten zeigt, mit dem Leben auf der Strecke bleibt.


Zartbeseidete Gemüter seien gewarnt, dass ein Polizeibeamter im Dienst möglicherweise Sachzwängen unterworfen ist, die den durchschnittlichen Tierliebhaber schockieren. So wird eben auch beschrieben, wie ein Hund durch Einsetzen der Dienstwaffe getötet werden kann. Die Autoren zeigen jedoch wiederholt die Alternativen auf und betonen bei diversen Abwehrtechniken immer wieder, dass die Angemessenheit der Mittel im Vordergund stehen sollte.

Zu Anfang gibt es einen kurzen Exkurs im “Lesen des Hundes”. Die Bedeutung von Körperhaltung und Gebaren des Hundes werden knapp erläutert und in unterschiedliche Gefährlichkeitsgrade eingeteilt. Es folgt ein Abriss zum Thema Beschwichtigungssignale, wie sie beim Hund zu deuten sind, und vor allem auch, wie der Beamte sie ggf. zu seinem eigenen Vorteil selber anbringen kann.

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Katrin Blümchen
“Hundemassage”

June 5th, 2006 in Kategorie Bücher |

TTouch ist zwar, wenn es auch zu einem grossen Teil um das Berühren geht, nicht grundsätzlich ein Massage-Konzept, jedoch ist mein Interesse an Massage für den Hund nach den TTouch-Basis- und Aufbau-Kursen aufgekommen. Ich wollte einfach mehr über das Thema erfahren.

Hundemassage von Katrin Blümchen ist wohl mit gerade 76 Seiten ein sehr dünnes Buch, allerdings empfand ich das in diesem Fall als ausgesprochenen Vorteil.

Nach einigen Informationen zur ihrer Person gibt die Autorin einen kurzen Exkurs in die verbreitetsten Krankheitstypen des Bewegungsapparates. Die einzelnen Krankheiten werden kurz beschrieben, die möglichen Massage-, Wärme- oder Kälte-Behandlungen werden aufgezählt, mögliche Gegenindikationen werden deutlich vermerkt.

Der nächste Abschnitt des Buches zählt die einzelnen Massagetechniken mit und ohne Hilfsmittel auf. Neben der Handarbeit am Hund wird auch der Umgang mit Igelball und Bürste erklärt, es wird auf Wickeltechniken und eventuell zum Einsatz kommende Massageöle und -essenzen eingegangen.

Das Buch ist wie gesagt, sehr kurz, aber gerade hierin liegt der Reiz. Frei nach dem Motto “So viel wie nötig, so wenig wie möglich”, sind Erklärungen pragmatisch, nennen alle Wichtigen Randbedingungen (z.B. keine Wärmebehandlung bei Herz-Kreislaufproblemen), und nehmen dadurch auf der einen Seite die Angst, etwas falsches zu tun, auf der anderen Seite fühlt man sich nicht von einem Berg geballten Wissens, der ein vollständiges Physiologiestudion erfordert, abgeschreckt. Die klare Gliederung macht es einem leicht, schnell nochmal in Vergessenheit geratene Details nachzuschlagen. Das Buch motiviert zum “direkt Loslegen”!

Diejenigen, die nach der Lektüre Blut geleckt haben und tiefer in die Materie einsteigen wollen, werden dann beim Quellen- und Literaturverzeichnis - welches man ja heutzutage bei Sachbüchern auch immer seltener findet - schnell fündig.

“Final Fantasy VII – Advent Children”

May 23rd, 2006 in Kategorie Filme |

Die seit 2 Jahren immer wieder auftauchenden Trailer von Final Fantasy VII - Advent Children versprachen eine bisher nie dagewesene Optik, und dieses Versprechen hält der Film auf der ganzen Linie. Die Character-Animation übersteigt die von Final Fantasy gerade in den kleinen Details um Längen. Gerade deshalb fällt das Uncanny Valley um so schmerzlicher auf. Die Mundpartie der Figuren funktioniert gut, solange sie schweigen, aber sobald sie sprechen, stösst die Technik noch deutlich an ihre Grenzen.

Kenntnis des Spiels ist hilfreich, um die Hintergründe der Handlung zu verstehen, allerdings nicht wirklich notwendig, da der Film sich im Grossen und Ganzen um die Kämpfe zwischen den gegnerischen Gruppen dreht, und hier auch alle Register zieht.

Für Fans von 3D-Animationen ist der Film ein absolutes Muss! Fans des Spiels werden das Wiedersehen mit den Charakteren ebenfalls geniessen, gerade weil sie, was die Charakter-Entwicklung betrifft, einen Vorsprung vor dem unbedarften Neu-Zuschauer haben. Hat man einen Faible für die in Anime oft üblichen weltbewegenden Stories wo es um Sein-oder-nicht-Sein des ganzen Planeten geht, so wird man auch sicherlich seinen Spass haben.

“Wonderful Days” (Koreanisches Original mit englischen Untertiteln)

May 23rd, 2006 in Kategorie Filme |

Vorgestern habe ich mir endlich Wonderful Days angeschaut. Dies ist eine der wenigen DVDs, bei der ich über meinen Schatten gesprungen bin, und mir die Originalversion angeschafft habe.

Der Film ist optisch ein echter Knaller! Die Kombination von gezeichneten Cells auf 3D-Hintergründen funktioniert ausgezeichnet, denn dadurch gewinnt man auf der einen Seite ein irres Repertoir an Effekten und vermeidet auf der Anderen Seite das Uncanny Valley, das selbst bei technischen Highlights wie Final Fantasy und Final Fantasy VII - Advent Children immer wieder unangenehm aufstösst.

Einige Themen der Filmmusik schwirrten mir noch den gesamten nächsten Tag durch den Kopf.

Die Story hätte etwas umfangreicher sein können, allerdings funktionieren die Charaktere gut, und die Stimmung des Films leidet nicht.

Inhaltsangaben und umfangreichere Besprechungen findet man an den üblichen Stellen im Internet…

Leider gibt es bei Amazon nur die deutsche Fassung, die laut Kritiken einige Qualitätsmängel aufweist.