„Meine verf*ckte Farbe ist magenta mit grünen Streifen und beigen Punkten“

p(abstract). Seit ein paar Tagen rollt eine Welle von fröhlichen Posts wie obiger Titel durch meine Facebook-Timeline. Da ich ja kategorischer Spieleverweigerer auf der Plattform bin, habe ich das ein paar Tage ignoriert, wurde jetzt aber doch mal neugierig.

h2. Disclaimer

__Ja, ich weiss, meine Profilangaben bei Facebook und anderen Social-Media-Sites sind vollständig öffentlich. Das ist eine bewusst getroffene Entscheidung und ändert rein gar nichts am Folgenden.__

h2. Spassbremsenmodus an

Der Satz aus dem Titel ist natürlich so noch nicht zuende. Er endet mit einem kumpelhaften __“Welche Farbe bist Du?“__ (Man stelle sich dazu ein Monty-Pythonhaftes Augenzwingern „Knowaddamean, wink, wink“ vor). Klickt man auf diese Seite, fällt einem guten Beobachter gleich folgende Gemme auf:

* Es baut sich eine Seite mit einem rudimentären Facebook-Layout und Farbschema auf.
* In der Mitte findet sich eine freundliche Box mit einem Start-Button zur jeweiligen Umfrage.
* Im Small-Print direkt unter dieser Box stehen Links auf AGB, Datenschutzerklärung und Impressum sowie der obligatorische Like-Button von Facebook.

Wir zählen kurz mental bis ½…

* Das Layout des Bildschirms verändert sich sobald die Seite geladen ist
* Links für AGB, Datenschutzerklärung und Impressum sind aus dem sichtbaren Bereich der Seite verschwunden.
* Man muss scrollen, um sie noch zu sehen…
* …denn wir alle wissen, die sind wichtOoooh! Donuts!

Schafft man es dann doch, den lasziv lauernden Startbutton zu ignorieren und mal nach unten zu scrollen, um einen Blick in das Impressum zu werfen, landet man auf der Homepage „Socialsweethearts.de“ wo man wie folgt begrüßt wird:

bq. „GLÜCKLICHE NUTZER & ZUFRIEDENE WERBEKUNDEN.“

Hurraaah! Genau was wir alle sein wollen!

Ein Klick auf „Social media marketing“, ganz oben präsent in der Navigationsleiste führt einen dann zu weiterem Marketing-Sprech bei dem man eigentlich nur noch das Frühstück über die Tastatur ergießen möchte:

bq. „Über unsere exklusiven Fanpages sowie zielgruppenspezifische Anzeigenschaltungen in unzähligen Variationen auf Facebook und in weiteren Social Media sowie mobilen Kanälen erreichen wir viele Millionen Nutzer. Durch technische Perfektion und inhaltliche Kreativität können wir höchst effizient und mit optimaler Qualität Tausende Interessenten, Neukunden und engagierte Fans für Ihre Angebote generieren.“ — „Quelle“:http://www.socialsweethearts.de/socialmedia.html

h2. PSA – Public Service Announcement

LEUTE! There is no such thing as a free lunch… Guckt worauf Ihr klickt, guckt welche Zugriffe Spiele und Apps bei Social-Media-Seiten so auf Eure Profildaten haben möchten.

* So ziemlich alle wollen sämtliche Eurer Kontakte auslesen
* Die sind nur in den seltensten Fällen für die Funktionalität der App notwendig
* Ein nachträgliches Entziehen dieses Rechts funktioniert nicht, da bereits alle interessanten Daten bis dahin längst abgesaugt sind.

Wer sich aktiv entscheidet, bewusst an einer solchen *Werbeumfrage* teilzunehmen, für die es *keinerlei* Kompensation gibt, der/die mag das tun. Aber eben bewusst.

Aber bei einer Firma, die mit krimineller Energie (Marketingsprech: __“Aus optischen Designerwägungen und zur Optimierung der User-Experience“__) aktiv Dinge wie Datenschutzerklärung und Impressum aus dem Blickfeld des Users schiebt, sollte diese bewusste Entscheidung dann vielleicht doch sein, *nicht* teilzunehmen.

bq. „If you’re in Marketing, kill yourself.“ — Bill Hicks

http://youtu.be/gDW_Hj2K0wo

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